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Fallstudie · Engineer · KI-Plattformen & Engineering

Ein Verwaltungsagent mit klarer Governance, produktiv im Einsatz bei einem Schweizer Dienstleistungs-KMU

Wie ein Westschweizer Dienstleistungs-KMU die Überlastung im Backoffice durch eine Agentenschicht mit klarer Governance über den bestehenden Systemen abgebaut hat – Architektur, Kontrollen, gemessene Resultate.

Anonymisierter Fall — repräsentatives Beispiel aus realen Numezis-Mandaten

Das Backoffice absorbierte einen Grossteil des Wachstums: Jedes neue Kundendossier bedeutete zusätzliche Erfassung, Dokumentenablage, Mahnungen und Querkontrollen zwischen drei Einheiten. Das Prozesswissen konzentrierte sich auf zwei Schlüsselpersonen, und die Fakturierung erfolgte systematisch verspätet.

Die Geschäftsleitung hatte mehrere Angebote von Softwareanbietern erhalten, die schlüsselfertige «KI-Automatisierung» versprachen. Keines beantwortete die konkreten Fragen: Wohin fliessen die Daten unserer Kunden, wer gibt eine Buchung frei, bevor sie existiert, was passiert, wenn sich das Modell irrt?

Der Entscheid auf dem Tisch

Noch eine Business-Software-Suite kaufen – oder eine Agentenschicht mit klarer Governance über den bereits vorhandenen Systemen aufbauen?
01

Sensible Treuhanddaten

Finanz- und Personendaten von ~450 Endkunden, die dem revidierten Datenschutzgesetz (revDSG) und dem Berufsgeheimnis unterstehen. Keine Daten durften für das Training von Drittmodellen verwendet werden.

02

Kein internes IT-Team

Der Betrieb musste ohne Ingenieur vor Ort möglich sein: einfache Abläufe, explizite Warnmeldungen, dokumentierte Wiederanlaufprozeduren.

03

KMU-Budget

Eine gegenüber den Partnern vertretbare Investition, etappenweise freigegeben mit Meilensteinen als Nachweis – kein blind unterzeichnetes Mehrjahresprogramm.

04

Zweisprachigkeit FR/DE

Kundendokumente und Korrespondenz in beiden Sprachen, mit häufigem Wechsel innerhalb desselben Dossiers.

Was wir gebaut haben

Wir haben eine Agentenschicht über den bestehenden Systemen aufgebaut, statt sie zu ersetzen. Der Agent liest den Kontext (eingehende E-Mails, Dokumente, Buchungen), bereitet Aktionen vor und führt sie nur innerhalb expliziter Grenzen aus: rollenbasierte Berechtigungen, eine Queue für menschliche Freigaben und ein unveränderliches Audit-Log.

Systemkomponenten

VerwaltungsagentQualifiziert eingehende E-Mails und Dokumente, bereitet Buchungen, Mahnungen und Antwortentwürfe zur Freigabe vor
MCP-KonnektorenKontrollierter Zugriff auf Buchhaltungssoftware, DMS und Mailbox – jedes Tool mit eigenen Berechtigungen
Dokumenten-RetrievalKontext pro Dossier, getrennt nach Rechtseinheit und Kunde
Freigabe-QueueJede ausgehende Aktion (Buchung, E-Mail, Mahnung) durchläuft eine menschliche Freigabe mit konfigurierbaren Schwellenwerten
Audit-LogJeder Lesezugriff, jeder Vorschlag und jede Entscheidung wird protokolliert – einsehbar für die externe Revisionsstelle
Deterministische RegelnMWST, Fälligkeiten und Kontenpläne bleiben überprüfbarer Code, nie eine Modellvorhersage
01

Scoping & Baseline 3 Wochen

Kartierung der realen Workflows, Messung der Bearbeitungszeiten und Fakturierungsfristen, Datenklassifizierung, Wahl des ersten Perimeters.

02

Fundamente 6 Wochen

Identitäten und Berechtigungen, MCP-Konnektoren im Nur-Lese-Modus, Evaluationsumgebung mit anonymisierten Testdossiers, Audit-Log.

03

Überwachter Pilotbetrieb 8 Wochen

Agent produktiv auf einer Einheit, 100 % der Aktionen durch einen Menschen freigegeben, wöchentliche Fehler-Reviews und Anpassung der Schwellenwerte.

04

Ausweitung 6 Wochen

Rollout auf alle drei Einheiten, Umstellung auf stichprobenbasierte Freigaben bei risikoarmen Aktionen, Schulung der Teams.

05

Härtung & Übergabe 3 Wochen

Betriebsprozeduren, Alarmierung, Sicherheitsreview, Übergabe der monatlichen Governance an die Geschäftsleitung.

Gemessene Resultate

Die Baseline der ersten drei Wochen machte die tatsächliche Differenz messbar – kein Bauchgefühl. Die Zahlen unten vergleichen die 90 Tage vor dem Piloten mit den letzten 90 Tagen des Mandats, auf demselben Perimeter.

VorherNachher
Bearbeitungszeit pro eingehendem Dossier~45 Min.18–25 Min.je nach Komplexität
Medianfrist bis zur Rechnungsstellung12 Tage3 Tage
In der Revision festgestellte ErfassungsfehlerBaseline−70 %auf dem Pilotperimeter
Rechtzeitig versandte Kundenmahnungen~60 %>95 %
Adoption durch die betroffenen Mitarbeitenden9 / 12wöchentliche Nutzung nach 90 Tagen

Gerundete Zahlen, gemessen auf dem Perimeter des Piloten und anschliessend der Ausweitung. Anonymisierter Fall: ein repräsentatives Beispiel aus realen Mandaten und Produktentwicklungen von Numezis, keine nennbare Referenz.

Diese Sektion gehört zu unserem redaktionellen Standard: keine Fallstudie ohne ihre Lehren.

  1. 01

    Die Baseline ab der ersten Woche instrumentieren. Wir haben sie in der Scoping-Phase konsolidiert, doch sechs Wochen feinere Referenzdaten hätten die abschliessende Nutzenmessung gestärkt.

  2. 02

    Die Revisionsstelle bereits in der Fundamentphase einbeziehen. Ihre Prüfung des Audit-Logs im Pilotbetrieb hat den Ansatz bestätigt – ein früherer Einbezug hätte zwei Iterationen am Format der Protokolle erspart.

  3. 03

    Zu Beginn weniger Konnektoren bauen. Vier MCP-Konnektoren wurden geliefert; zwei hätten für den Piloten genügt. Die anderen beiden hätten auf den Nachweis der Nutzung warten sollen.