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Fallstudie · Realize · KI-Wertrealisierung

Den Wert eines laufenden KI-Programms nachträglich messbar machen — bei einer Schweizer Ingenieurgruppe

Wie eine Schweizer Ingenieurgruppe Baselines rekonstruierte, fünf Workflows instrumentierte und mit Gates entschied, was 18 Monate KI-Investitionen wert sind.

Anonymisierter Fall — repräsentatives Beispiel aus realen Numezis-Mandaten

Achtzehn Monate nach der Einführung von Office-Copiloten und einem internen Dokumentenassistenten hatte die Gruppe rund CHF 300k in Lizenzen und Projekte investiert — ohne eine einzige Wertkennzahl. Die Rückmeldungen blieben anekdotisch: Einige Mitarbeitende schworen, der Assistent spare ihnen Stunden, andere hatten ihn stillschweigend aufgegeben. Als der Verwaltungsrat fragte, was die KI der Gruppe einbringe, hatte der CEO keine Antwort.

Intern hatten sich zwei Lager gebildet. Der CFO wollte die Budgets bei der nächsten Überprüfung kürzen, da kein Nachweis eines Ertrags vorlag; die Teams, von ihrer eigenen Praxis überzeugt, verlangten den Ausbau der Werkzeuge. Niemand lag nachweislich falsch — niemand hatte eine Baseline. Die Nutzungsdaten lagen in dürftigen Exportformaten bei den Anbietern, und die verrechenbaren Stunden, die einzige Grösse, die alle verstanden, waren zu heikel für einen sorglosen Umgang.

Der Entscheid auf dem Tisch

Jede Initiative ausbauen, anpassen oder stoppen — auf welcher Beweisgrundlage?
01

Keine historische Baseline

Vor der Einführung der Werkzeuge war nichts gemessen worden. Die Bearbeitungszeiten vor der KI existierten nirgends — sie mussten rekonstruiert werden, ohne sie zu erfinden.

02

Verstreute Nutzungsdaten

Die Nutzungsstatistiken lagen bei den Anbietern, in dürftigen, heterogenen und teils fehlenden Exporten. Eine konsolidierte Sicht war so nicht möglich.

03

Messen ohne zu überwachen

Das System musste den Wert der Workflows belegen, ohne je zur Überwachung Einzelner zu werden — eine rote Linie vom ersten Tag an.

04

Heikle verrechenbare Stunden

In einer Gruppe, die von verrechneten Stunden lebt, ist jede Messung rund um verrechenbare Zeit politisch delikat. Jede Kennzahl wurde mit dieser Realität im Blick entworfen.

Was wir gebaut haben

Wir haben kein weiteres Werkzeug eingeführt, sondern das fehlende Messsystem gebaut. Für fünf zentrale Workflows verbindet ein Wertbaum die KI-Nutzung mit einem überprüfbaren wirtschaftlichen Effekt, eine rekonstruierte Baseline liefert den Vergleichspunkt, und im Voraus definierte Gates legen fest — bevor die Zahlen bekannt sind —, was Ausbauen, Anpassen oder Stoppen rechtfertigt.

Systemkomponenten

WertbäumeFür jeden der 5 Workflows die explizite Verbindung von Werkzeugnutzung, operativem Effekt und finanzieller Wirkung
Rekonstruierte BaselinesVergleichspunkte aus Stichproben und historischen Daten, dokumentiert mitsamt ihren Grenzen
Leichte InstrumentierungErhebung auf Workflow-Ebene, nie auf Personenebene — das Minimum für einen Entscheid, nicht mehr
Monatliches Wert-DashboardEine Sicht pro Initiative und Monat: tatsächliche Nutzung, gemessene Effekte, Vollkosten (Lizenzen, Inferenz, Support)
Gates scale / adapt / stopEntscheidungsschwellen, festgelegt vor der ersten Messung und unverändert auf die 7 Initiativen angewendet
AttributionsmethodeKonservative, einheitliche und vom CFO validierte Regeln, um einen Nutzen der KI zuzurechnen — und nichts anderem
01

Rahmen & Wertbäume 3 Wochen

Inventar der sieben laufenden KI-Initiativen, Auswahl von 5 zentralen Workflows, Aufbau der Wertbäume mit den Fachverantwortlichen, erste Abstimmung der Entscheidungskriterien mit CEO und CFO.

02

Baselines & Instrumentierung 5 Wochen

Rekonstruktion der Baselines aus Stichproben und historischen Daten, Information der Personalvertretung, leichte Instrumentierung auf Workflow-Ebene, Definition der Gates mit CEO und CFO.

03

Pilot-Messzyklus 8 Wochen

Zwei vollständige Monatszyklen: Erhebung, Dashboard, Reviews mit CEO und CFO, dokumentierte Scale-/Adapt-/Stop-Entscheide für die 7 Initiativen — darunter zwei bewusste Stopps.

04

Governance & Übergabe 4 Wochen

Übergabe des Systems an den Analysten des Kunden, Integration der Wert-Review in die bestehende monatliche Governance, Dokumentation der Attributionsmethode und der Gate-Regeln.

Gemessene Resultate

Das erste Ergebnis ist keine Zahl, sondern die Fähigkeit, dem Verwaltungsrat mit Belegen zu antworten. Die Kennzahlen unten vergleichen den Zustand des Programms zu Beginn und am Ende der fünfmonatigen Mission.

VorherNachher
Workflows mit gemessener Baseline05
Initiativen mit dokumentiertem Entscheid072 Stopp, 3 Anpassung, 2 Ausbau
Vom CFO validierte wiederkehrende EinsparungCHF 180–220k/JahrBandbreite, konservative Attributionsmethode
Sichtbare Vollkosten (Lizenzen + Inferenz + Support)neinja
Vorbereitungszeit eines StudiendossiersBaseline−25–30 %auf dem instrumentierten Workflow

Gerundete Zahlen. Anonymisierter Fall: ein repräsentatives Beispiel aus realen Numezis-Mandaten, keine nennbare Referenz.

Diese Sektion gehört zu unserem redaktionellen Standard: keine Fallstudie ohne ihre Lehren.

  1. 01

    Den Zugang zu Nutzungsdaten bereits beim Lizenzkauf verhandeln. Die Exporte der Anbieter erwiesen sich als dürftig, und wir verloren drei Wochen damit, zu rekonstruieren, was eine Vertragsklausel von Anfang an geliefert hätte.

  2. 02

    Die Personalvertretung ab Woche 1 einbeziehen, statt sie erst vor der Instrumentierung zu informieren. Zwei Wochen an Klärungen darüber, was das System misst — und was nicht —, wären vermeidbar gewesen.

  3. 03

    Die Gates vor der ersten Messung einfrieren, nicht nur definieren. Die Versuchung, das Ziel zu verschieben, sobald die Zahlen bekannt sind, ist real — wir haben sie erlebt. Nur im Voraus unverhandelbar gemachte Schwellen halten ihr stand.